Abschirmung und Neutralisation

Ein Fallbeispiel:

Im Jahre 1999 hat man die Betten auf meinen Rat hin umgestellt. Ich weiß noch genau, dass an dem Bettplatz des Mannes sich eine Verwerfung mit Currykreuz befand. Ich habe damals diese Stelle als typischen Krebspunkt eingestuft und das auch deutlich gesagt!  Jetzt erzählt mir die Nachbarin, was diese Frau vor einigen Jahren zu ihr gesagt hat: "Ach der Schweikardt mit seiner Umstellerei - jetzt habe ich einen Rutengänger gefunden, der eine wunderschöne Kugel als Erdstrahlenschutz anpreist". Die hätte sie sich für 6000 DM (heute starke 3000 €) gekauft und nach den "Vorschriften" des Rutenmannes platziert - und die Betten wieder auf den alten Platz zurückgestellt!  Heute hat der Ehemann (Anfang Vierzig) Leukämie!

Abschirmung und Neutralisation

Untertitel: "Das schwarze Kapitel der Rutengängerei"
erzählt von H-D Schweikardt
 
Schon Freiherr von Pohl versuchte die sogenannten Erdstrahlen mit gebastelten Holzkästchen zu neutralisieren. Die anderen "Fachleute" der Wünschelrute taten dies auch, nur war das früher schon ein Fehler und heute ist es ausgeufert. Augenscheinlich seriös präsentierte Institute oder Vereinigungen im Rutengängerbereich sind oft nichts weiter als getarnte Verkaufsorganisationen die Abschirmmatten und Geräte im großen Geschäftssinn vermarkten. Mich stört nur die Tatsache, dass die Kunden dieser fliegenden Händler sich auf die gekauften Sachen verlassen und hinterher trotzdem Probleme mit der Gesundheit bekommen. Der vorhandene gute Platz im Haus wird von diesen Rutenleuten erst gar nicht gesucht. Die Hersteller und Verkäufer wissen nicht über die Zusammenhänge von äußerlichen Einflüssen und deren Wirkung auf den Menschen, und glauben an die Funktion ihrer Wunderdinger wie kleine Kinder an den Osterhasen.
 
Fallbeispiele
 
Bei einer Frau von circa 60 Jahren verlief eine Verwerfung quer über den Oberkörper. Auf der Höhe der Brust befand sich zusätzlich noch eine Kreuzung, die sich stark auf die linke Seite konzentrierte. Nach der Frage an die Dame, was es an der Stelle schon für Krankheiten gäbe, bekam ich die vermutete Antwort: "Brusttumor auf der linken Seite." Also genau dort, wo ich es erwartete hatte! Der Ehemann fragte verwundert: "Wie kann das sein, dass Sie die genaue Stelle finden, obwohl wir vor zehn Jahren eine Abschirmung für unser Bett gekauft haben." Er erzählte dann weiter, dass der Rutenmann damals gesagt hätte, es verliefe eine Wasserader durch das Bett seiner Frau, aber das könne man mit der Matte gut abschirmen. Das Ehepaar erkannte jetzt: "Die Matte kann doch nichts taugen", so ihre Worte, " sonst dürfte erstens hier keine Erkrankung sein und zweitens dürften Sie die Stelle gar nicht finden."
 
Eine weitere Abschirmungs-Geschichte
 
Diese Geschichte wundert nicht nur mich, sondern auch den betreffenden Kunden selber.
 
Ein Facharzt, in dessen Familie ich vor 5 Jahren zwei Personen mit meiner Arbeit helfen konnte, bat mich erneut um eine Hausbegehung in seiner neuen Wohnung, in die er meiner Meinung nach erst gerade eingezogen war. Dort fand ich das Bett in der Mitte des Schlafzimmers an. Ich wollte mich schon freudig darüber auslassen und sagte: "Sie haben wohl schon selber gespürt, dass da, wo die Betten normalerweise stehen würden, eine schlimme Störzone verläuft. Herr Doktor, fragen Sie mal nach, ob es an dieser Bettstelle schon mal ernsthafte Erkrankungen im Unterbauchbereich gegeben hat."  Ich fügte hinzu,  dass er ganz richtig gehandelt hatte, indem er das Bett nicht in diese vom Architekten vorgesehene Fläche gestellt hatte. Er lächelte etwas gedrückt und sagte: "Ich habe einen Tumor genau an der Stelle, die Sie mir eben zeigten. Morgen gehe ich in die Klinik."
 
"Sie?" wunderte ich mich, "Sie wohnen doch erst ein paar Tage hier?" "Nein", erwiderte er, "ich wohne schon vier Jahre in dieser Wohnung." Er erzählte mir, dass er bei einem Seminar teilgenommen hatte, bei dem Erdstrahlenabschirmungen empfohlen worden waren. Die hätte er sich gekauft und gedacht, dass es dann egal sei, wo das Bett stehe und er hatte das Bett einfach aufgestellt, ohne viel nachzudenken.
 
Erst als er die Diagnose bekam, stellte er sein Bett auf eine andere Stelle. Er meinte, dass es ihm damals nicht darum ginge, mein Rutengänger-Honorar einzusparen. Nein, er hatte einfach gedacht, es sei gut so und er habe mich, den Rutengänger, einfach vergessen.
 
Diese beiden Geschichten stehen für circa 45 gleichartige Situationen.
 
Wenn ein Rutengänger den Ernst der Sache einmal richtig begriffen hat, erkennt er, welche Verantwortung er überhaupt hat. Er versteht dann den Leichtsinn, wenn man in "Krebsbetten" nur eine Matte legt und auf die Umstellung der Betten auf den "Guten Platz" verzichtet.
 
Wenn Sie dazu noch mehr erfahren wollen, zum Download hier klicken
 
Persönliches
 
Natürlich bin ich auch nicht mit der Erkenntnis "Abschirmen geht nicht" auf die Welt gekommen. In meiner Anfangszeit als Rutenmann konnte ich die ganze Sache auch noch nicht übersehen und habe versucht, mit Neutralisationen zu experimentieren. Schlimmer noch, ich war sogar von den Herstellern dieser Superdinger verlockt gewesen und habe selber eine geraume Zeit diese Sachen verwendet und meinen Kunden gelegentlich empfohlen. Somit bin ich in Kontakt mit mehreren Produkten gekommen. Heute weiß ich, dass es so zirka 150 verschiedene Systeme gibt. Zudem kenne ich nahezu alle Herstellungsverfahren und Produktgeheimnisse der sogenannten Neutralisations-, Harmonisier- und Abschirmungsartikel. Aber ich erlebe wie wirkungslos alle Maßnahmen sind, wenn ich bei meinen Kunden die von anderen Rutengängern verkauften Abschirmungen oder Neutralisationen sehe. Gerade die vielen teuer bezahlten und vom Kunden für unwirksam erkannten "Erdstrahlenschützer", die schon im Müll gelandet sind, sprechen Bände.
 
Während meines Rutengängereinstiegs mit den Matten habe ich schnell gesehen wie alles nur ums Geschäftemachen ging. Einmal ein großer pseudowissenschaftlicher Wirbel, ein anderes Mal eine goldene Prüfplakette und was es sonst noch alles gibt. Meistens nur um dem Kunden zu imponieren und damit Kommerz zu machen. Heute sehe ich die Zeit von damals als eine Zeit der Orientierung und denke, dass man auch die Schattenseiten sehen muss, um den Weg für sich selber zu erkennen. Im Laufe der Zeit und ermuntert von ernsthaften Medizinern, die sich der Wirkung der sogenannten "Erdstrahlen" bewusst sind, bin ich zu einem Verfechter des "Guten Platzes" geworden. Wenn in Fernsehsendungen, in Zeitungen und Illustrierten über mich berichtet wurde und ich meine Erfahrungen erzählen konnte, stemmte ich mich immer gegen die Praktiken bestimmter Verkaufsorganisationen. Ich habe mir in deren Kreisen auch schon viel Feinde gemacht, das ist mir heute aber egal.
 

Die Rutengängerbranche unter der Lupe

Ein Testergebnis unseres Vereins
So ab und zu machen wir vereinsinterne Proben. Sie kosten uns zwar unnötiger Weise Geld, doch sammeln wir hiermit Beweise für Sachen, die wir eigentlich schon immer wussten. Hier ein Beispiel:
 
Man liest in Einladungen zu Rutengängervorträge und in Zeitungsannoncen des öfteren "Abschirmungen nein Danke" oder "Keine Neutralisationen". Die betreffenden Rutenleute wollen damit Seriosität vortäuschen. Wir haben einen solchen Fachmann zu einem Mitglied unseres Rutengängervereins geschickt! Schon nach drei Minuten Rutenlaufen in dessen Wohnung holte der gute Mann seine "Schutzmatten" aus seinem Autokofferraum. Er stellte eine geopatische Belastung mittels Messgerät am Körper unseres Vereinskollegen fest.
 
Der einzige Ratschlag des Mattenverkäufers war der Kauf einer Magnetfeldmatte mit "Batteriebetrieb". Diese wurde dann gekauft und von unserer Vereinskasse bezahlt. Sie kam aber nicht unter die Matratze, wo sie nach der Empfehlung des Verkäufers hingehörte, sondern verschwand sofort in unserem vereinseigenen "Museum für dubiose Störfelderschutzartikel".
 
Nach einer gewissen Zeit sollte sich unser Mitglied bei diesem Fachmann einfinden. Bei der Nachuntersuchung, die wiederum mit einem Messgerät an den Fingern unseres Vereinskollegen gemacht wurde, stellte der Mattenverkäufer eine totale Löschung der Geopathie am Körper fest. Also hat die Matte angeblich gewirkt, obwohl sie gar nicht zum Einsatz gekommen war. Unser Mitglied erfreute sich absoluter Gesundheit, sowohl vor der Untersuchung und auch danach. Es wurde also "Etwas" gemessen, das nur dem Verkauf einer Ware dienlich war.

Herstellungsphilosophien Erdstrahlenschutz

Ich möchte hier nicht die Herstellungsverfahren von Abschirmungs- oder Neutralisationsartikel gegen Erdstrahlen verraten, kann ich auch nicht, weil ich ja die genauen Rezepte nicht kenne. Ich will hier nur dem Laien eine Übersicht in diesem undurchschaubaren Metier geben.
Bei Erdstrahlenschutzphilosophien hagelt es von Pseudowissenschaften. Der ratsuchend Mensch vermutet, dass er es mit höchster Naturwissenschaft zu tun hat. Dabei gilt in Kreisen der Abschirmer und Neutralisierer nur; je hochgestellter, desto besser, je undurchschaubarer, desto schneller verkauft.
Bevor Sie sich einen Erdstrahlenschutz erwerben, fragen Sie Ihren Händler, wie und vor allem warum sein Produkt Ihnen helfen kann! Um Ihnen eine kleine Diskussionshilfe zu geben, schreibe ich in loser Folge die Hintergründe und die Wirkungsprinzipien auf. Wobei ich bemerken will, dass ich hier keinerlei Urteil zu Qualität und Leistung gebe. Auch übe ich keine Kritik und gebe natürlich auch keine Empfehlungen.

Einige der bekanntesten und gebräuchlichsten:

Der Lakovskyring ist das Gedankengut eines Physikers des vorigen Jahrhunderts, ein einfacher Metallring, dem Erdstrahlenneutralisation angedichtet wurde.
Bei der Rost´schen 8 (die erdstrahlenverdrängend wirken soll) handelt es sich um eine Drahtschlinge, die der Zahl 8 nachempfunden ist. Man kann diese Form auch mit etwas Toleranz als "Lemniskate" bezeichnen.
Glasröhrchen, teilbefüllt mit Pulvergrafit. Soll Erdstrahlen aufhalten.
Blechkeile sollen Erdstrahlen ablenken.
Korkplatten sollen Erdstrahlen fildern.
Schaumglasplatten sollen Erdstrahlen neutralisieren.
Dann noch Matten, Matten und nochmals Matten, ins Bett oder auf den Fußboden, und immer als der "perfekte" Erdstrahlenschutz bezeichnet. Damit sich der Laie doch wenigstens ein schwaches Bild von dem Angebot machen kann, beschreibe ich hier im groben die Herstellungsarten. Wenn dem Leser an manchen Stellen die Begriffe kindlich erscheinen, so ist das von mir nicht gewollt - ich habe ja diese "Erfindungen" nicht gemacht! Nur gegen die sogenannten "Erdstrahlen" haben sie keine Wirkung!

Die Alchimie der Neuzeit

"Tachyonen;" dieser Ausdruck stammt von Gerald Freiberg. Es ist ein rein hypothetisches und damit nur errechnetes Teilchen. Soll aus dem Weltraum kommen und wird mit handelsüblichen Trichtern aufgefangen und für spätere Anwendungen in eine dunkle Kiste gesperrt.
"Photonen" sind Lichtpartikel und werden an Sonnentagen direkt auf ein Trägermaterial (Stoff oder Sand) gelenkt. Das heißt: Man legt das Trägermaterial in die Sonne.
"Orgonenergie" stammt von dem Sexualforscher Wilhelm Reich und wird in einem Holzkasten, der mit Zinkblech und Stahlwolle modifiziert wurde, eingefangen. Sein Ursprung: Die Atmosphäre und das Weltall.
"Sauerstoffinformation:" Hier wird Sauerstoffgas durch Doppelglasscheiben gelenkt und die Anlage wird ins Sonnenlicht gestellt.
"Schwingungsübertragung:" Hier werden auf technischem Wege elektromagnetische Schwingungsmuster auf Karton oder anderen Träger gebracht.
Wobei ich hier die Lebensenergieartikel verschiedener Hersteller, sowie Wasserenergetisiergeräte nicht mit in diesen Topf werfen möchte - nur wenn Ihnen der Verkäufer von diesen Produkten einen Erdstrahlenschutz verspricht, bitte seien Sie kritisch!
Fragen Sie Ihren Abschirmungsverkäufer oder Neutralisierer, nach welchem Prinzip die Konstruktion läuft, aber lassen Sie sich nichts von Wissenschaft und jahrelangen Forschungen erzählen. Und wenn Sie sich die angepriesenen Funktions- und Wirkungsweisen genau erklären lassen und dabei auf den Preis der Artikel achten, wird Ihnen bestimmt etwas auffallen!

Das darf doch wohl nicht wahr sein!

Von H-D Schweikardt
 
Neulich rief mich ein junger Mann an und wollte am Telefon wissen, was eine Wohnungsbegehung kostet. Es hat eine kurze Weile gedauert, bis ich erfuhr, um was es geht. Er sagte: "Sie sind doch der Vorstand des Rutengängervereins Süd und deshalb möchte ich Sie fragen, was diese Dienstleistung kostet." Nun erklärte er mir, dass er auch mit der Wünschelrute laufe und er wolle das Rutengehen als Nebenjob machen! "Haben Sie den eine Ahnung von der Sache und wo haben Sie gelernt," fragte ich ihn. Was ich dann hörte haute mich doch glatt um. Sein Geschäftskollege sei Hobbyrutengänger und er hätte ihm im Geschäft, in der Vesperpause, den Umgang mit der Wünschelrute erklärt, er wisse jetzt alles, nur was er an Geld verlangen könnte, wollte er noch wissen.
 
Na toll, wenn so einer auf die hilfesuchenden Menschen los geht!