Brunnen - Wassersuche

28.10.2009 10:46

Brunnen - Wassersuche

Ein Erfahrungsbericht von Dr. Steffen Schweikardt, Geologe und Rutengänger

Als realistisch geprägter Wissenschaftler stehe ich positiv zur Rutengängerei. Ich hatte viele Erlebnisse, die mir zeigten, dass sich mit den über die Jahrhunderte entstandenen Erfahrungen der Wassersuche mit Ruten die Trefferquoten für Ansatzpunkte der Brunnenstandorte beträchtlich erhöhen. Es gibt Merkmale in der Natur, die auf die jeweilige Untergrundbeschaffenheit hindeuten -  diese dem verblendeten Wissenschaftler offenkundig verborgen bleiben, jedoch von der Erfahrungskunde verstanden werden.

Das Rutengehen, und die systematische und analytische Wissenschaft der Geologie lassen sich bei genauerem Hinschauen sehr gut miteinander verbinden. Wissenschaftler, die ungerechtfertigt und gedankenlos die Erfahrungskunde des Rutengängers verhöhnen, sind um deren praktischen Vorteile zur Wassersuche unwissend. Mit meiner Vorgehensweiße zur Wassererschließung vereinen sich Wissenschaft und menschliche Fähigkeiten zum Vorteil des Kunden. In vielen Fällen erübrigen sich dadurch aufwendige Probebohrungen und Untergrunderkundungen. Vorteil: Kostenminderung!

Mit der Erfahrungskunde zur Wassersuche beschäftige ich mich seit 20 Jahren. Schon als Kind begleitete ich meinen Vater, der ein bekannter Rutengänger ist, zum Wassersuchen. Seinen rutengängerischen Rat suchten Auftraggeber wie Städte, Gemeinden und Firmen. Oft wurden diese Aufträge von den dort am Projekt arbeitenden Geologen angeregt - natürlich waren diese Leute rutengängerfreundlich gesinnt und haben den Nutzen für sich und ihre Kunden wohl deutlich verstanden.

Für mich war schon zu Beginn meines Studiums klar, das ohne eine wissenschaftliche   Herangehensweise an den Untergrund die Wassersuche nicht immer fehlerfrei glückt. Bekannt solle sein, dass Grundwasser flächig (fast überall) auftritt und sich der Grundwasserspiegel in unterschiedlichen Tiefenlagen befindet -  und nur der erfahrene Rutengänger kann an der Erdoberfläche die Situation im Untergrund erkennen. Die Untergrundbedingungen zeichnen sich in unserem Lebensraum als deutbare und sichtbare Signale ab. Da man nicht in den Untergrund hineinschauen kann, erlaubt die Rutengängerei, ganz gleich wie sie auch von Teilen unserer Gesellschaft angesehen sein mag, diesen Wissensschatz zu ergänzen. Es ist möglich die Tiefe des Grundwasserspiegels zu bestimmen, wasserdurchlässigere Schichten und Verläufe im Gestein und Erdreich zu erkennen sowie die später förderbare Wassermenge vorauszusagen. Und das ist keine platte Esoterik, sondern hier haben wir es mit einer noch vielfach unverstandenen menschlichen Fähigkeit zu tun, die im Prinzip jeder von uns besitzt - man braucht nur das Verstehen dazu!

Eine geeignete Ansatzstelle für einen Bohr- oder Schachtbrunnen, lässt sich ohne großen Aufwand vor Ort ermittelten, und das ist der Vorteil eines erfahrenen und realdenkenden Rutengängers. Er spürt Klüfte im Fels und Wasserwegsamkeiten zwischen den Bestandteilen des Bodens auf, allein durch das Begehen unseres Lebensraums. Und ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass die Zuverlässigkeit des Erfolges des Öfteren allein auf die Kenntnisse zur Erfahrungskunde gründen.

Ob der Brunnenbau erfolgreich ist ergibt sich aus den Erkenntnissen der lokalen Geologie. Weiter wichtig: Die vor Ort rechtlichen Bestimmungen des bestehenden Grundwasserschutzes und der möglichen technischen Umsetzung.

Mehr erfahren Sie auf meiner Internetseite www.geologie-dr-schweikardt.de